Der Tinnitus

Was bedeutet Tinnitus?

Wir nehmen ein Geräusch wahr, das eigentlich in uns selbst erst aufgebaut wird. Es ist wie ein Phantom - subjektiv echt und doch nicht "real".

Begriffsklärung

Zunächst möchten wir den Begriff "Tinnitus" klären: Das Wort ist lateinisch und bedeutet "Klingeln". In der Ohrenheilkunde ist damit die Wahrnehmung eines Geräusches oder von Tönen ohne äußere Schallquelle gemeint. Das heißt, dass der Betroffene der Einzige ist, der das Geräusch wahrnehmen kann, da kein externer Ursprung vorliegt. Der Tinnitus entsteht und wirkt im Kopf. Man spricht darum von einem subjektiven Tinnitus. Fast alle Betroffenen leiden unter ihm. In Ausnahmefällen gibt es auch einen objektiven Tinnitus, der wahrscheinlich durch Schwingungen im Innenohr entsteht und dann auch von anderen gehört werden kann. Wir haben es indessen fast ausschließlich mit Menschen zu tun, die den störenden Klang für sich allein spüren.

Was ist Tinnitus?

Symptom oder Ursache

Der Tinnitus ist niemals die Ursache, sondern immer ein Symptom oder eine Begleiterscheinung für etwas anderes, das ihn auslöst bzw. anstößt (so wie eine juckende Nase das Symptom für einen Schnupfen sein kann). Es gilt also zunächst die Ursachen für den Tinnitus herauszufinden, wenn man ihn erfolgreich behandeln möchte.

Bestimmung des Tinnitus

Rauschen, Pfeifen, Piepen – leise, laut …

Mit ausgefeilten Techniken ist es inzwischen möglich, die Art und Stärke des "subjektiven" Tinnitus "objektiv" zu bestimmen. Der Tinnitus kann in ganz unterschiedlichen Ton-Charakteristika vorliegen, zum Beispiel als Rauschen, Pfeifen, Piepen usw. Die Lautstärke schwankt in der Regel zwischen 5 und 20 dB (Dezibel).

Dauer und Auftreten des Tinnitus

Akut, subchronisch oder chronisch

Beim Tinnitus sind nicht nur die gehörten Geräusche unterschiedlich und "subjektiv" –  sondern auch sein Auftreten. Er kann akut, subchronisch oder chronisch vorliegen. Diese Stadien sind für die Behandlung sehr entscheidend, darum möchten wir sie etwas näher erläutern:

Dauer des Tinnitus

Unter einer Stunde, höchstens einmal pro Woche

Dies kann eine Vorwarnung sein. Allgemeine Ursachen dafür können Bsp. Stress, Muskelverspannungen, Schlaflosigkeit, zu hohe Lärmeinwirkung sein. Das wichtigste in dieser Situation ist, dass Sie keine Angstzustände
bekommen. Denn dies führt oft zu einer Verschlechterung des Zustandes.
Also, kein Grund zu übertriebener Besorgnis. Mit dieser Form des Tinnitus können Sie oftmals selbst umgehen, wenn sie ehrlich und selbstkritisch auf Ihr Leben blicken. Analysieren Sie vorerst Ihren Tagesablauf und versuchen Sie, die auslösenden Faktoren abzubauen. Wenn Ihnen das gelingt, werden die Ohrgeräusche in aller Regel wieder verschwinden.

Über eine Stunde, mindestens einmal pro Woche

Hier besteht der Verdacht auf einen akuten Tinnitus. Spezifische Ursachen können beispielsweise ein Lärm-Trauma, eine vorhergehende Erkrankung oder abweichender Blutdruck sein. Die letzte Chance, den Tinnitus mit
wenig Aufwand zu versorgen. Jetzt sollte gehandelt werden. Weniger Stress, genügend Schlaf, Verspannungen lösen, ausreichend Wasser trinken, Ausgleich finden (zwischen Beruf, Familie, Sport, Freizeit) sind nur einige Beispiele, die ratsam sein können. Schon zweimal war die Rede vom "Lärm", der Tinnitus auslösen kann. Er
kann von der Arbeit kommen, kann aber auch seine Quelle im überlauten Musik hören (Kopfhörer!) haben und dazu führen, dass immer mehr junge Menschen an Tinnitus oder Hörverlust erkranken.


Ständig, seit weniger als einem Jahr

In diesem Stadium, dem sogenannten subakuten Tinnitus, sind meistens schon vergebliche Heilungsversuche unternommen worden. Häufig wurden die Patienten von „Fachleuten“ falsch beraten. Eine ganzheitliche Behandlung ist spätestens jetzt erforderlich. Sie muss möglichst
umgehend beginnen! Wird der Tinnitus erst einmal chronisch, verringern sich die Heilungschancen.

Ständig, schon länger als ein Jahr

Hier spricht man von einem chronischen Tinnitus. Wenn Sie derart betroffen sind, haben Sie möglicherweise die Lebenslust oder die Hoffnung
auf Besserung bereits verloren. Die Erfolgsaussichten einer Behandlung sind gewiss geringer als in der akuten Phase, aber noch lange nicht abzuschreiben. Es sind immer noch Möglichkeiten und vielversprechende
Methoden zur Verbesserung der Lebensqualität vorhanden.


Behandlung Ihres Tinnitus